Prämenstruelles Syndrom (PMS): Symptome, Ursachen und was wirklich hilft
6.5.2026 · 3 min Lesung
Das prämenstruelle Syndrom (PMS) betrifft viele Frauen im gebärfähigen Alter.
Es umfasst eine Vielzahl körperlicher und psychischer Beschwerden, die regelmäßig in der zweiten Zyklushälfte – also in den Tagen vor der Menstruation – auftreten und nach dem Einsetzen der Periode verschwinden. PMS ist keine Einbildung, sondern eine medizinisch anerkannte Erkrankung.
Was ist das prämenstruelle Syndrom?
PMS bezeichnet ein Symptomkomplex, der zyklisch wiederkehrt und direkt mit dem Menstruationszyklus zusammenhängt. Die Beschwerden beginnen typischerweise in der Lutealphase (nach dem Eisprung) und klingen mit dem Einsetzen der Menstruation oder kurz danach ab. Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt, jedoch spielen hormonelle Schwankungen – insbesondere das Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron – eine zentrale Rolle.
PMS-Symptome: körperlich und psychisch
PMS kann sich sehr unterschiedlich äußern. Die Intensität variiert von Frau zu Frau und auch von Zyklus zu Zyklus. Häufige Symptome sind:
Körperliche Symptome
- Brustspannen und -schmerzen
- Bauchschmerzen und -krämpfe
- Blähungen und Völlegefühl
- Kopfschmerzen und Migräne
- Rücken- und Gelenkschmerzen
- Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen
- Hautveränderungen (Akne, fettige Haut)
- Müdigkeit und Schlafstörungen
Psychische Symptome
- Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit
- Angstgefühle und innere Unruhe
- Depressive Verstimmungen
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Weinerlichkeit und emotionale Labilität
- Heißhunger (besonders auf Süßes oder Salziges)

PMDS: Die schwere Form des PMS
Bei einem kleinen Teil der Frauen (ca. 3–8 %) ist das PMS so ausgeprägt, dass es den Alltag erheblich beeinträchtigt. Diese Verlaufsform wird als Prämenstruell-Dysphorische Störung (PMDS) bezeichnet. PMDS ist durch starke psychische Beschwerden gekennzeichnet und bedarf einer gezielten medizinischen Behandlung.
Ursachen von PMS
Die genauen Ursachen des PMS sind noch Gegenstand der Forschung. Diskutiert werden:
- Hormonelle Schwankungen: Das Verhältnis von Östrogen zu Progesteron in der zweiten Zyklushälfte beeinflusst Stimmung und Wohlbefinden maßgeblich.
- Serotoninmangel: Ein niedriger Serotoninspiegel – beeinflusst durch Hormonschwankungen – kann Stimmungstief und Reizbarkeit auslösen.
- Magnesiummangel: Magnesium spielt eine Rolle bei der Nervenfunktion und kann PMS-Symptome verstärken.
- Stress und Lebensstil: Schlafmangel, Stress und ungesunde Ernährung können PMS verschlimmern.

Behandlung und Linderung von PMS
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, PMS-Beschwerden zu lindern. Die Wahl der Therapie hängt von der Art und Schwere der Symptome ab.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen
- Regelmäßige Bewegung: Sport – besonders Ausdauersportarten – fördert die Ausschüttung von Endorphinen und reduziert PMS-Beschwerden nachweislich.
- Ernährungsanpassung: Weniger Zucker, Koffein, Alkohol und Salz; mehr Vollkornprodukte, Gemüse und Hülsenfrüchte.
- Stressreduktion: Yoga, Meditation, Atemübungen und ausreichend Schlaf helfen, PMS-Symptome zu mildern.
- Wärme: Wärmepflaster oder eine Wärmflasche können Krämpfe und Rückenschmerzen lindern.
Nahrungsergänzungsmittel
- Magnesium: Kann Krämpfe, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen reduzieren
- Vitamin B6: Unterstützt den Serotoninhaushalt und kann emotionale Beschwerden lindern
- Vitamin E: Kann Brustspannen und körperliche Beschwerden mildern
- Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus): Pflanzliches Mittel, das hormonell ausgleichend wirkt
Medikamentöse Behandlung
Bei schweren Beschwerden kann eine medikamentöse Behandlung notwendig sein. Möglichkeiten sind hormonelle Verhütungsmittel (Pille), Antidepressiva (SSRI) bei PMDS oder gezielte Hormontherapien. Diese sollten immer mit einem Arzt abgestimmt werden.
Wann zum Arzt?
Wenn Ihre PMS-Beschwerden so stark sind, dass sie Ihren Alltag, Ihre Arbeit oder Ihre Beziehungen beeinträchtigen, sollten Sie ärztliche Hilfe suchen. Ein Zyklus-Tagebuch – in dem Sie Symptome, deren Intensität und zeitlichen Verlauf notieren – hilft Ihrem Arzt bei der Diagnose.
In unserer Klinik bieten wir umfassende gynäkologische Beratung und helfen Ihnen, die richtige Behandlung für Ihre individuellen Beschwerden zu finden.
PMS und Kinderwunsch
PMS kann ein Hinweis auf hormonelle Ungleichgewichte sein, die auch die Fruchtbarkeit beeinflussen. Wenn Sie unter starkem PMS leiden und gleichzeitig einen Kinderwunsch haben, empfehlen wir eine gezielte hormonelle Abklärung. Unser Fertilitätsteam berät Sie gerne.
Leiden Sie unter PMS und möchten mehr erfahren? Vereinbaren Sie jetzt einen Beratungstermin in unserer Klinik.
