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Künstliche Befruchtung mit Eizellenspende in Tschechien: Hoffnung für Paare nach mehreren erfolglosen IVF-Zyklen

20.10.2022 · 3 min Lesung
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Nicht alle können mit eigenen Eizellen schwanger werden. Aber auch in diesen Fällen gibt es Hilfe – und zwar in ausgewählten Kinderwunschkliniken, die sog. Spenderprogramme anbieten. Doch wie läuft eine künstliche Befruchtung mit Eizellenspende tatsächlich ab? Wie wird die Identität aller Beteiligten geschützt und für wen ist eine Behandlung mit Eizellspende geeignet? All das erfahren Sie im Interview mit Natalia Saveleva, Oberärztin der renommierten tschechischen Kinderwunschklinik Europe IVF.

Welchen Patientinnen empfehlen Sie, eine Eizellenspende zu nutzen?

Meistens handelt es sich um Frauen über 42 Jahren. Bei jüngeren Frauen ist es oft dann der Fall, wenn eine vorzeitige Ovarialinsuffizienz oder Eierstockprobleme vorliegen. Diese Behandlungsmethode empfehlen wir auch nach mehreren erfolglosen Versuchen mit eigenen Eizellen, wenn der biologische Faktor zum Tragen kommt und die Qualität der Eizellen nicht ausreicht. Doch auch in diesen Fällen gelingt es etwa 60-65% der Frauen, mit eigenen Eizellen schwanger zu werden, und sich den Traum von der eigenen Familie zu erfüllen.

Natalia Saveleva – Oberärztin der Kinderwunschklinik Europe IVF

Können Sie bitte erklären, worin sich eine Behandlung mit eigenen von der mit gespendeten Eizellen unterscheidet?

Der Unterschied besteht darin, dass die Frau sich bei einer künstlichen Befruchtung mit eigenen Eizellen dem Prozess der hormonellen Stimulation unterzieht, deren Ziel es ist, die besten Eizellen zu entnehmen. Per Ultraschall kontrollieren wir, wie sie wachsen, und entnehmen sie anschließend durch Punktion. Im Gegensatz dazu wird eine Kinderwunschbehandlung mit Eizellenspende am häufigsten älteren Frauen empfohlen, beziehungsweise Frauen mit einer vorzeitigen Ovarialinsuffizienz oder mit Eierstockproblemen. Bei einer Eizellspende unterzieht sich die Eizellenspenderin dieser hormonellen Stimulation und wir entnehmen ihre Eizellen. Die gespendeten Eizellen werden dann im Labor mit den Spermien des Partners der Patientin befruchtet und wir führen den Embryo mittels eines sog. Embryotransfer in die Gebärmutter ein.

Verwenden Sie frische oder eingefrorene Eizellen? Worin besteht der Unterschied und wie ist der Behandlungserfolg?

In unserer Praxis verwenden wir mit Ausnahme vom sog. Social Freezing ausschließlich frische Eizellen. Beim Social Freezing entscheiden sich junge Frauen (meistens zwischen 25-30 Jahren) dafür, die Familienplanung auf später zu verschieben – ob nun der Kariere wegen oder aus Unentschlossenheit. Die Eizellen dieser Frauen frieren wir ein, und sobald sie dazu bereit sind, Mutter zu werden, können wir die Eizellen zur Befruchtung verwenden. Und was den Behandlungserfolg angeht, sind die Ergebnisse vergleichbar. Es hängt allerdings vom Embryologen und vom Labor ab, welche Erfahrungen die Mitarbeiter der entsprechenden Klinik haben, wie oft sie mit solchen Methoden zu tun haben, und welche Methoden sie einsetzen.

Wie reagieren Paare, wenn Sie ihnen sagen, dass ihre einzige Chance eine Eizellenspende ist?

Um den anfänglichen Schock kommen sie meist nicht herum, doch auch das ist nicht immer der Fall. Es hängt auch davon ab, in welchem Alter die Patientin zu uns kommt, und wie viele erfolglose Versuche bereits hinter ihr liegen. Ich muss sagen, dass auch relativ viele Paare, wenn sie zu uns kommen, wissen, dass der Kampf mit der eigenen Genetik schwer ist, und warten darauf, dass wir ihnen eine Lösung anbieten. Deshalb können viele Paare von Anfang an mit dem Gedanken an eine Eizellspende ganz gut leben. Trotzdem lassen wir allen Paaren ohne Ausnahme eine ausreichende psychologische Unterstützung zukommen, und wählen die Behandlungsstrategie so, dass es aus dieser schwierigen Situation zeitnah einen Ausweg gibt.

Natalia Saveleva auf der Fruchtbarkeitsmesse

Wie erfolgt die Auswahl der Eizellspenderinnen?

Die Eizellenspende ist streng anonym. Das heißt, dass den Eizellempfängern weder Fotos noch persönliche Daten über die Spenderin zur Verfügung gestellt werden. Doch wir können die Spenderin mit der Empfängerin anhand von Blutgruppe, Aussehen, Körpergröße, Hautfarbe, Haarfarbe usw. „synchronisieren“. Außerdem kennen wir ihr Alter, wissen, ob sie Kinder hat, welche Ausbildung sie hat, und was ihr Spaß macht. Anhand dessen empfehlen wir den Paaren geeignete Alternativen.

Fragen sich Paare, ob ihnen die Kinder ähnlich sein werden, also physisch oder in bestimmten Eigenschaften?

Ja, wir werden oft mit dieser Frage konfrontiert und hier kann ich nur sagen, dass die Genetik ein Wunder ist. Von Erzählungen und Fotos wissen wir, dass das Kind seinen Eltern, auch wenn es mit Hilfe einer Eizellenspende geboren wurde, seinen Eltern meist sehr ähnlich ist – manchmal ist die Ähnlichkeit selbst für mich verblüffend. Sehr oft sind Kinder aus einer Eizellenspende den Eltern sogar ähnlicher als Kinder aus eigenen Eizellen.

Kann die Eizellenspenderin in der Zukunft die Identität der Empfänger bzw. des Kindes erfahren? Oder Kontakt zu ihm aufnehmen?

Nein, auf keinen Fall, denn es handelt sich auch rechtlich um ein vollkommen anonymes Programm, sodass auch die Spenderinnen nicht wissen, wer ihre Eizellen bekommt. In unserem System sind sie zudem unter Nummern aufgelistet und nach bestimmten Kriterien sortiert. Das ist alles. Keine Kontakte, keine weiteren personenbezogenen Daten.

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